Aktuelles

Aktuelle Informationen zur Corona - Krise

Liebe Mandanten, 

aufgrund der aktuellen Situation in Bezug auf die Corona - Pandemie, haben wir uns im Hinblick auf die Gesundheit unserer Mandanten und Mitarbeiter/innen entschlossen die Arbeitsabläufe in der Kanzlei an die gegebene Situation anzupassen und folgende, hoffentlich nur kurzfristig andauernde Maßnahmen beschlossen:

  • Zur Reduzierung persönlicher Kontakte finden derzeit keine persönlichen Termine in der Kanzlei statt.
  • Ihre Buchführungsunterlagen etc. werfen Sie bitte (sofern diese nicht digital oder per Post kommen) in den Briefkasten.
  • Zur Abholung Ihrer Belege (falls unbedingt erforderlich) vereinbaren Sie bitte rechtzeitig einen Abholtermin. Wir werden sie Ihnen dann bereitstellen und bitten Sie, diese ohne Kontakt zu den Mitarbeitern zu übernehmen.
  • Die Mitarbeiter haben hier ein betriebliches Verbot zum Händereichen bekommen, bitte nehmen Sie dies nicht persönlich.
  • Die Mitarbeiter-Besetzung in der Kanzlei wird drastisch reduziert und die Arbeiten werden (sofern inhaltlich möglich und sofern die Netzkapazitäten es ermöglichen) im Homeoffice erledigt.
  • Telefonisch planen wir weiterhin wie gewohnt erreichbar zu sein, jedoch mussten wir die Arbeitszeiten sehr flexibel gestalten, so dass nicht alle Mitarbeiter wie gewohnt erreichbar sind.
  • Bitte nutzen Sie verstärkt die Möglichkeit von E-Mails.
  • Mit erster Priorität werden wir weiterhin die fristbehafteten Termine verfolgen und uns bei aufgrund von fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten und zu erwartenden Krankheitsfällen eingeschränkter Mitarbeiterkapazität um Fristverlängerungen bemühen.

Falls Sie selbst von Krankheit oder Quarantäne betroffen sind, aus diesem Grund Ihre Unterlagen nicht zusammenstellen können und wir (unabhängig von unserer Kapazität) eine Fristverlängerung beantragen sollen, so teilen Sie uns dieses bitte möglichst frühzeitig mit.

Wir hoffen, mit diesen Maßnahmen die persönlichen Kontaktzahlen in der gebotenen Weise zu reduzieren, unsere Mitmenschen möglichst gut zu schützen und den Betrieb möglichst lange aufrecht erhalten zu können.

Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen

Konjunkturpaket der Bundesregierung zur Überwindung von Corona-Folgen

Der Koalitionsausschuss hat am 03.06.2020 ein Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket beschlossen, welches neben zahlreichen steuerlichen Regelungen (vgl. ETLnet-Artikel "Corona-Krise: Erstes und Zweites Corona-Steuerhilfegesetzpaket") ein Programm für Überbrückungshilfen zur Sicherung der Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen enthält.

Mit der Überbrückungshilfe soll unmittelbar oder mittelbar durch Corona-bedingte Auflagen oder Schließungen betroffenen Unternehmen für die Monate Juni bis August 2020 eine weitergehende Liquiditätshilfe gewährt werden. Das Programm schließt damit zeitlich an das Soforthilfeprogramm an, durch welches Liquiditätshilfen für den Zeitraum März bis Mai 2020 gewährt wurden.

Anträge auf die Überbrückungshilfen sind bis spätestens 31.08.2020 zu stellen, der Auszahlungszeitraum endet am 30.11.2020. Die Zuschüsse sind zurückzuzahlen, wenn das Unternehmen nicht bis August 2020 fortgeführt wird.


1. Antragsberechtigte

  • Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen, soweit sie ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten (Umsatzeinbruch im Zeitraum April und Mai 2020 um mindestens 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr; bei Unternehmensgründung nach April 2019 wird mit dem Zeitraum November und Dezember 2019 verglichen)
  • Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb
  • von der Corona-Krise betroffene gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, unabhängig von ihrer Rechtsform, die dauerhaft wirtschaftlich am Markttätig sind (z. B. Jugendbildungsstätten, überbetriebliche Berufsbildungsstätten, Familienferienstätten) mit Einnahmerückgängen in gleicher Höhe
  • Antragsteller darf sich nicht zum 31.12.2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gem. EU-Definition befunden haben
  • durch Überbrückungshilfe und anderen Soforthilfen des Bundes und der Länder darf der beihilferechtlich nach der Kleinbeihilfenregelung 2020 zulässige Höchstbetrag, ggf. kumuliert mit dem Höchstbetrag für Beihilfen nach der De-Minimis-Verordnung, nicht überschritten werden
  • Eine Inanspruchnahme der Soforthilfe schließt die zeitgleiche Inanspruchnahme der Überbrückungshilfe zwar nicht aus, es kommt jedoch zu einer anteiligen Anrechnung der Soforthilfe, wenn sich der Förderzeitraum überschneidet; Fixkosten können insgesamt nur einmal erstattet werden. Unternehmen haben daher bei der Antragstellung eine Selbsterklärung abzugeben

2. Förderfähige Kosten

Förderfähig sind fortlaufende, im Förderzeitraum anfallende vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte und nicht einseitig veränderbare Fixkosten.
 

Förderfähig sind fortlaufende, im Förderzeitraum anfallende vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte und nicht einseitig veränderbare Fixkosten.
 

  1. Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen. Kosten für Privaträume sind nicht förderfähig.
  2. Weitere Mietkosten
  3. Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
  4. Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
  5. Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV
  6. Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  7. Grundsteuern
  8. Betriebliche Lizenzgebühren
  9. Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
  10. Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen
  11. Kosten für Auszubildende
  12. Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 10 Prozent der Fixkosten der Ziffern 1 bis 10 gefördert.
    Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn sind nicht förderfähig.
  13. Um der besonderen Betroffenheit der Reisebüros angemessen Rechnung zu tragen, sind auch Provisionen, die Inhaber von Reisebüros den Reiseveranstaltern aufgrund Corona-bedingter Stornierungen zurückgezahlt haben, den Fixkosten nach Nr. 1 bis 12 gleichgestellt.

Die Fixkosten der Ziffern 1 bis 9 müssen vor dem 01.01.2020 begründet worden sein.

Zahlungen für Fixkosten, die an verbundene Unternehmen oder an Unternehmen gehen, die im Eigentum oder unmittelbar oder mittelbar unter dem beherrschenden Einfluss derselben Person oder desselben Unternehmens stehen, sind nicht förderfähig.


3. Förderhöhe

Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil der Fixkosten, abhängig von der Intensität des Umsatzseinbruchs im Fördermonat (Juni 2020, Juli 2020 und August 2020) im Vergleich zum Vorjahresmonat 

  • Umsatzeinbruch
    Erstattung Fixkosten
  • > 70 %
    80 %
  • zwischen 50 % und 70 %
    50 %
  • mindestens 40 % und unter 50 %
    40 %

Liegt der Umsatz im Fördermonat bei wenigstens 60 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats (also Umsatzeinbruch von weniger als 40 %), entfällt die Überbrückungshilfe anteilig für den jeweiligen Fördermonat. Eine Überkompensation ist zurückzuzahlen.

Maximale Förderung für drei Monate:

  • 9.000 Euro bei Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten
  • 15.000 Euro bei Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten
  • 150.000 Euro Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten

Diese maximalen Erstattungsbeträge können nur in begründeten Ausnahmefällen überschritten werden. Ein begründeter Ausnahmefall liegt vor, wenn die Überbrückungshilfe auf Basis der erstattungsfähigen Fixkosten mindestens doppelt so hoch läge wie der maximale Erstattungsbetrag.

Die Zahl der Beschäftigten richtet sich nach den Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29.02.2020.


  Corona-Steuerhilfegesetze

I. Übersicht über die wesentlichen Maßnahmen

  • Erstes Corona-Steuerhilfegesetz (bereits verabschiedet)
    • Befristete Absenkung des Umsatzsteuersatzes für Speisen in Restaurants
    • Steuerfreiheit für Zuschüsse zum Kug
  • Zweites Corona-Steuerhilfegesetz (in Planung)
    • Befristete Absenkung des Umsatzsteuersatzes
    • MwSt-Senkung
    • Kinderzuschüsse
    • pauschaler Verlustrücktrag
    • degressive AfA etc.

Die Bundesregierung hat am 12.06.2020 einen Entwurf zum Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz vorgelegt. Das Gesetz soll am 29.06.2020 in Sondersitzungen vom Bundestag (Vormittag) und Bunderat (Nachmittag) beschlossen werden, damit die Regelungen zur Senkung der Umsatzsteuersätze noch zum 1. Juli 2020 in Kraft treten können.

 


II. Änderungen durch das Erste Corona-Steuerhilfegesetz (bereits verabschiedet!)

  • Gastronomie: 7% Umsatzsteuer auf Speisen: Mit dem Corona-Steuerhilfegesetz plant der Gesetzgeber eine Absenkung des Umsatzsteuersatzes für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen (mit Ausnahme der Abgabe von Getränken) auf 7 %, befristet für den Zeitraum 01.07.2020 bis 30.06.2021 (vgl. § 12 Abs. 2 Nr. 15 i.d.F. des Corona-Steuerhilfegesetzes).
     
  • Kurzarbeitergeld: Steuerfreiheit für Zuschüsse zum Kug: Der Gesetzgeber beabsichtigt zudem, Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kug und zum Saison-Kurzarbeitergeld bis zu 80 % des Unterschiedsbetrages zwischen dem Soll-Entgelt und dem Ist-Entgelt nach § 106 SGB III für Lohnabrechnungszeiträume zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember 2020 steuerfrei zu stellen (§ 3 Nr. 28a EStG i.d.F. des Corona-Steuerhilfegesetzes). Die Zuschüsse unterliegen gem. § 32b EStG dem Progressionsvorbehalt. Hinweis: Nach der Gesetzesbegründung ist der bis zum Inkrafttreten der Gesetzesänderung vorgenommene Lohnsteuerabzug, bei dem von einer Steuerpflicht entsprechender Zuschüsse auszugehen war, vom Arbeitgeber grundsätzlich zu korrigieren. Der Arbeitgeber hat die Zuschüsse in die elektronische Lohnsteuerbescheinigung für das Kalenderjahr 2020 einzutragen.

 


III. Änderungen durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz (in Planung)

Die Bundesregierung hat am 12.06.2020 einen Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise (Entwurf zum Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz) vorgelegt.

Darin beabsichtigt der Gesetzgeber zur Bekämpfung der Corona-Folgen und Stärkung der Binnennachfrage die folgenden weiteren steuerlichen Maßnahmen umzusetzen:
 

  • Der Umsatzsteuersatz wird befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 von 19 auf 16 Prozent und von 7 auf 5 Prozent gesenkt (vgl. ETLnet-Artikel: Bundesregierung plant zeitlich befristete Mehrwertsteuersenkung).
     
  • Die Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer wird auf den 26. des zweiten auf die Einfuhr folgenden Monats verschoben.
     
  • In den Monaten September und Oktober 2020 wird für jedes kindergeldberechtigte Kind ein Kinderbonus von je 150 Euro (insgesamt 300 Euro) ausgezahlt, der nicht auf Sozialleistungen angerechnet werden soll.
     
  • Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird befristet auf zwei Jahre von derzeit 1.908 Euro auf 4.008 Euro für die Jahre 2020 und 2021 angehoben.
     
  • Der Faktor für die Gewerbesteueranrechnung wird rückwirkend ab 2020 von 3,8 auf 4 angehoben (vermutlich auch im Vorgriff auf die teilweise Abschaffung des SolZ - vgl. hierzu ETLnet-Artikel: Gesetz zur teilweisen Abschaffung des Solidaritätszuschlags).
     
  • 6b-Rücklage: Die Investitionsfristen werden um ein Jahr verlängert, wenn die Rücklage nach dem 28. Februar 2020 und vor dem 1. Januar 2021 aufzulösen wäre. Es wird eine Ermächtigungsgrundlage geschaffen, diese Frist durch Rechtsverordnung bis längstens Ende 2022 zu verlängern.
     
  • Investitionsabzugsbetrag: Verlängerung der Investitionsfristen um ein Jahr für in 2017 gebildete IAB.
     
  • Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 auf 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung) erhöht. Außerdem wird ein Mechanismus eingeführt, um den Verlustrücktrag unmittelbar finanzwirksam schon mit der Steuererklärung 2019 nutzbar zu machen (vgl. ETLnet-Artikel: Liquidität durch nachträgliche Herabsetzung der Vorauszahlungen 2019 zurückholen!).
     
  • Einführung einer degressiven Abschreibung in Höhe von 25 Prozent, höchstens das 2,5-fache der linearen Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden.
     
  • Bei der Besteuerung der privaten Nutzung von Dienstwagen, die keine Kohlendioxidemission je gefahrenen Kilometer haben, wird der Höchstbetrag des Bruttolistenpreises von 40 000 Euro auf 60 000 Euro erhöht.
     
  • Bei der Gewerbesteuer wird der Freibetrag für die Hinzurechnungstatbestände des § 8 Nummer 1 GewStG auf 200 000 Euro erhöht.
     
  • Erhöhung der maximalen Bemessungsgrundlage der steuerlichen Forschungszulage auf 4 Mio. Euro im Zeitraum von 2020 bis 2025.
     
  • Bei der Verjährungsfrist nach § 376 AO wird die Grenze der Verfolgungsverjährung auf das Zweieinhalbfache der gesetzlichen Verjährungsfrist verlängert sowie in § 375a AO geregelt, dass in Fällen der Steuerhinterziehung Steueransprüche, die noch nicht erfüllt, jedoch schon verjährt sind, die Einziehung rechtswidrig erlangter Taterträge nach § 73 des Strafgesetzesbuches angeordnet werden kann.


Details zu den Maßnahmen im Einzelnen können dem Besonderen Teil der Begründung der Formulierungshilfe entnommen werden.

 

(Temporäre) Absenkung der Mehrwertsteuer

Pressetext

„Vom 1. Juli an bis zum 31. Dezember 2020 soll der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf 16 Prozent und für den ermäßigten Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt werden. Das rege den Konsum an und sei sozial gerecht ausgestaltet, weil die Mehrwertsteuer von allen gezahlt werde, so die Kanzlerin.“ (Quelle: Website der Bundesregierung)

Rechtlich Hinweise (siehe analog BMF-Schreiben vom 10.02.1998)

Gilt voraussichtlich für alle ab dem 01.07.2020 bis 31.12.2020 abgeschlossenen (Teil-) Leistungen.

Maßgeblich ist daher die Fertigstellung der (Teil-)Leistung. • Bei Istbesteuerung gilt auch der Zeitpunkt der Leistungserbringung d. h. Vereinnahmung vor 01.07.2020 oder nach 31.12.2020 – Leistung = nach 30.06.2020 und vor 01.01.2021 = 16 % bzw. 5 % und umgekehrt

Achtung: Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen haben damit drei Wechsel:

  • 30.06.2020 zum 01.07.2020: von 19 % auf 5 %
  • 31.12.2020 zum 01.01.2021: von 5 % auf 7 %
  • 30.06.2021 zum 01.07.2021: von 7 % auf 19 %

Allgemein betroffene Bereiche / Handlungsempfehlungen

Rechnungsausgang

Preise sind ggf. neu zu kalkulieren / Angebote mit Bruttovereinbarungen prüfen / Preiskataloge prüfen

Fakturaprogramme / Kassen

  • Hinterlegung neue Steuersätze
  • Änderung Rechnungsformular erforderlich?
  • Hinterlegung neue Buchungskonten oder zusätzliche Steuerschlüssel bei Schnittstellen zur Buchführung?
  • Individuelle Entscheidung je Artikel in der Rechnung, welcher Steuersatz anzuwenden ist (nachträgliche Rechnungserstellung, Vorausrechnungen) oder Vorgabe durch Bedienungsanleitung: getrennte Rechnungen je nach Leistungszeitraum/punkt

Gutscheine

  • Einzweckgutscheine – Steuersatz bei Ausgabe maßgeblich – (voraussichtlich) keine Änderung bei Einlösung
  • Mehrzweckgutscheine – Steuersatz bei Einlösung maßgeblich

Nicht teilbare Leistungen

  • Maßgeblich ist Steuersatz bei Beendigung / Fertigstellung der gesamten Leistung 
  • Keine Zwischenabrechnungen sondern Anzahlungen (siehe unten)

Teilbare Leistungen 

  • Maßgeblich ist Steuersatz bei Beendigung / Fertigstellung der Teilleistung
  • Zwischenrechnung sinnvoll bzw. notwendig Beispiel Hotel: Zwischenabrechnung aller bis zum 30.06.2020 erbrachten Leistungen in der Nacht vom 30.06.2020 zum 01.07.2020 – danach Anpassung Steuersätze im Hotelprogramm

Rechnungseingang

  • Genaue Prüfung der Eingangsrechnungen hinsichtlich des Leistungszeitpunktes und der ausgewiesenen Steuer.

Anzahlungen

  • Maßgeblich für die Anzahlungsrechnung ist der Steuersatz im Zeitpunkt der Leistung der Anzahlung.
  • Für die Endabrechnung der Anzahlung ist der Steuersatz zum Zeitpunkt der Beendigung / Fertigstellung der Leistung maßgeblich und die Anzahlungen sind mit dem jeweils in den Anzahlungsrechnungen ausgewiesenen Steuersatz abzuziehen.


Sondersachverhalte

  • Dauerverträge/Dauerrechnungen anpassen (Mieten, Pachten, Leasing, Dauerdienstleistungen usw.)
  • Jahresboni in 2021 für 2020 müssen aufgeteilt werden

 

Buchführung

  • Einführung neuer Steuerschlüssel
  • Überschreiben der USt-Automatik bei Automatikkonten mit neuen Buchungsschlüsseln; Voreinstellung Steuerschlüssel nach Buchungsdatum (Beispiel: aus #8400 wird #508400)
  • Anpassung Umsatzsteuervoranmeldung / Datensatz für elektronische Übermittlung durch Finanzverwaltung (Wann?) • Anpassung der wiederkehrenden Buchungen
  • Abpassung der Suchmuster
  • Umsatzsteuerabstimmung nicht auf Konten sondern auf Buchungsebene

Lohnabrechnungen

  • Bleiben die bisherigen Pauschalen für Sachbezug?
  • Keine Änderung der Konten bei den Lohnarten Sachbezug, wenn Umsetzung in der Buchführung wie oben beschrieben

weitere Maßnahmenpakete von Bund und Ländern

Versicherungen / Entschädigungen

Maßnahmenpaket "Pandemie / Betriebsschließung"

  • Sonderfall Quarantäne
  • Tätigkeitsverbot AN = Entschädigung § 56 (1,2) IfSG
  • Entschädigungszahlung Selbständige
  • Entschädigung im angemessenen Umfang für weiterlaufende
  • nicht gedeckte Betriebsausgaben nach § 56 (4) IfSG 

Maßnahmenpaket "Pandemie / Branchenschließung"

  • Individuelle Anträge müssen geprüft werden
  • Eventueller Entschädigungsanspruch nach § 56 IfSG

Quelle: IfSG 

Maßnahmenkatalog "Betriebliche Versicherungen"

Sämtliche betrieblichen Versicherungen sollten auf mögliche Entschädigungsansprüche geprüft werden

 pdfIfSG.pdf237.89 kB

Stundungen

Stundungen

Maßnahmenpaket "Steuern"

  • Zinslose Stundung von Umsatzsteuerzahlungen
  • Zinslose Stundung von Ertragssteuerzahlungen (Nachzahlungen / Vorauszahlungen)
  • Erleichterungen im Zusammenhang mit der Anpassung der laufenden Steuervorauszahlungen
  • Aussetzen von Vollstreckungsmaßnahmen

Quelle: Schreiben Ministerium für Finanzen (BMF-Schreiben vom 19. März 2020 und Pressemitteilungen)

pdfBMF-Schreiben 2020-03-19.pdf33.13 kB

 

Maßnahmenpaket "Sozialversicherung"

  • Im Einzelfall: zinslose Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen für Arbeitgeber und Arbeitnehmeranteile (teilweise Gewerbeabhängig: z.B. Im Taxigewerbe weitestgehend gesichert)
  • Anpassung der Vorauszahlungen bei den Berufsgenossenschaften (Vorlage Bescheinigung bzw. Schreiben vom Steuerberater)
  • Anpassung der Krankenversicherungsbeiträge auf Grundlage einer Prognose des Steuerberaters für Freiwillig gesetzlich versicherte Personen

Meldepflichten

Maßnahmenpaket "Insolvenzantragspflicht"

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September 2020 bei Unternehmen bei denen der Insolvenzgrund auf die Auswirkungen der Corona - Epidemie beruht und dass Unternehmen aufgrund einer Beantragung öffentlicher Hilfen bzw. ernsthafter Finanzierungs- oder Sanierungshandlungen begründete Aussicht auf Sanierung besteht.

Quelle: BMJV Pressemitteilung vom 17. März 2020

Personal / Personalkosten

Maßnahmenpaket "Kurzarbeit / KuG"

  • Senkung der Mitarbeitergrenze von 1/3 auf 10%
  • Auch für Kurz- und Leiharbeiter
  • Wegfall der Sozialversicherungsbeiträge für den AG (Vollständige Übernahme von der Arbeitsagentur)
  • Verlängerung des Zeitraums von 12 auf 24 Monate
  • Erleichterung des Zugangs über Bürokratieabbau
  • Auf den Einsatz von negative Zeitkonten wird verzichtet

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Pressemitteilungen 09., 13. Und 16. März 2020)

Achtung: das Antragsformular in welchem auch die AG-Anteile der Sozialversicherungen eingefordert werden können, steht noch aus.

pdfBMF-Corona.pdf544.08 kB

docMuster für eine Einheitsregelung.doc29 kB

pdfVordruck_Kug_101.pdf147.13 kB

pdfVordruck Kug 107.pdf147.15 kB

pdfVordruck Kug 108.pdf1.43 MB

Maßnahmenpaket "Vergütungen Geschäftsleitung"

Anpassung der monatlichen laufenden Vergütungen an die aktuelle Ertragsentwicklung (Senkung von Lohn- und eventuell Sozialversicherungsaufwendungen / Schonung Liquidität)

 

Maßnahmenpaket "flexible Arbeit"

  • Arbeitszeiten flexibler gestalten damit insbesondere die fehlende Kinderbetreuung aufgefangen werden kann
  • Möglichkeit Homeoffice in Betracht ziehen

 

pdfMerkblatt Heimarbeit.pdf422.87 kB

Kredite / Darlehen / Zuschüsse

Maßnahmenpaket " Liquidität und Finanzierung"

  • Aussetzung von laufenden Tilgungszahlungen durch Verhandlung mit den Kreditinstituten
  • EU-Unterstützung und Bürgschaftsprogramm damit Privatbanken risikoreicher Kreditzusagen treffen können
  • Erleichterung der Zugänge zu KfW Krediten
  • Darlehen über den Liquiditätsfonds der Investitionsbanken (Länderspezifisch)

pdfBMF-Corona.pdf544.08 kB

pdfSoforthilfe I_ Berlin.pdf79.39 kB

Maßnahmenpaket " Zuschüsse "

Zuschuss vom Bund

  • Höhe des Bundeszuschusses:
    • Unternehmen, Selbständige und Freiberufler mit bis zu 5 Beschäftigten erhalten eine Einmalzahlung von bis zu 9.000 Euro für 3 Monate (nicht zurückzuzahlen).
    • Unternehmen, Selbständige und Freiberufler mit bis zu 10 Beschäftigten erhalten eine Einmalzahlung von bis zu 15.000 Euro für 3 Monate (nicht zurückzuzahlen).
  • Rückzahlung: Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden.
  • Beantragung: Noch nicht möglich!

Quelle: Pressemitteilungen

Ansonsten sind Zuschüsse Länderspezifisch - siehe unten

Länderspezifisch

Bayern "Bayrischer Schutzschirm"

  • Bereitstellung von Ausfallbürgschaften von 60 bis 90% LfA (Zugangserleichterung zu günstigen Darlehen)
  • Direkte Beteiligung des Staates über den Bayerfond
  • Soforthilfe für Betriebe bis 250 Mitarbeiter die in Not kommen in Höhe von 5 bis 30 TEUR (Zinsloses Darlehen/Staffelung nach MA)
  • Hotline 089 / 2162-2101

Quelle: Bayrisches Wirtschaftsministerium

 

Berlin „Schutzschirm für Berliner Unternehmen und Arbeitsplätze“

  • Darlehen über den Liquiditätsfonds der IBB
  • Zuschuss bis 5.000,- EURO für Klein- und Kleinstunternehmen mit maximal fünf Beschäftigten sowie Freiberufler und Soloselbständige vor allem aus den Bereichen Gesundheit, Gleichstellung, Handel und Dienstleistung, Jugend und Bildung, Kreativwirtschaft, Kultur, Soziales, Sport und Tourismus.

pdfSoforthilfe I_ Berlin.pdf79.39 kB

pdfSoforthilfe II_ Berlin.pdf83.52 kB

 

Brandenburg „Soforthilfeprogramm für kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler“

  • Zuschuss von 5.000,- EURO bis 60.000,- EURO abhängig von der Zahl der Erwerbstätigen (max. 100) über die ILB

Quelle: MWAE Pressemitteilung vom 20. März 2020

pdfSoforthilfeprogramm Brandenburg.pdf105.71 kB

 

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